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Die Phantastische Sinfonie gehört zu Hector Berlioz bekanntesten Werken. Sie handelt von einem jungen Musiker, der im Opiumrausch träumt, er habe seine Geliebte ermordet und werde zum Richtplatz geführt. Nach seiner Hinrichtung wird er Zeuge einer wilden Walpurgisnachtorgie.

Lélio oder die Rückkehr ins Leben ist die Fortsetzung der Phantastischen Sinfonie. Das Werk besteht aus 6 Teilen, die durch Monologe miteinander verbunden sind.

Der junge Musiker erwacht aus seinem Rausch und erkennt verzweifelt, dass er noch immer am Leben ist. Dem düsteren Chor der Geister folgen Klagen über Weltschmerz und künstlerische Selbstfindung. Leben heißt für ihn Leiden, er will fort aus dieser Gesellschaft, als Straßenräuber irgendwo in der Wildnis leben. Dann wieder erscheint ihm das Bild der Geliebten und der gemeinsame Tod mit ihr als höchste Erfüllung.

Harfenklänge  erinnern ihn schließlich daran, dass sich der Tod ihm verweigert hat und er zu leben gezwungen ist. Er erkennt, dass ihm künftig nur die Kunst Trösterin und wahre Geliebte sein kann. Shakespeares Theaterstück „Sturm“ kommt ihm in den Sinn, dessen Held Prospero über magische Kräfte verfügt und damit seine Feinde besiegt. Auch Lelio beschwört die Geister und auf der bis dahin leeren Bühne werden plötzlich Chor und Orchester sichtbar. Sie führen seine Phantasie über den Sturm auf. Als der Vorhang fällt, kommt der junge Musiker zu der Erkenntnis, dass er sein Leben in die eigenen Hände nehmen muss, um wieder glücklich zu werden.

Lélio oder die Rückkehr ins Leben trägt übrigens autobiografische Züge. Berlioz hatte sich im Sommer 1831, kurz vor einer Romreise, in Paris verliebt. Doch kaum in Italien angekommen erfährt er, dass ihm die Dame seines Herzens untreu geworden ist. Mit theatralischen Racheplänen im Kopf macht er sich nach Paris auf, um die Geliebte samt Nebenbuhler zu erschießen. Zum Glück kommt er aber noch rechtzeitig zur Vernunft und beschließt, statt zu morden, fortan seine Liebe der Kunst zu opfern. Die Rückkehr nach Rom, die Rückkehr zur Kunst, ist seine Rückkehr ins Leben.

Obwohl Berlioz den Lélio mehr schätzte als die Phantastische Sinfonie, konnte sich das Werk im Konzertrepertoire nur schwer durchsetzen. Die Uraufführung fand im November 1832 statt.

Zusammen mit der Phantastischen Sinfonie wurde Lélio dann erst wieder 1855 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt aufgeführt.

Am 21. Oktober 2017 präsentieren wir den "Lélio" im Scharwenka Kulturforum in Bad Saarow.

   
© Die Wartenberger